Die Diskussion über den Standort des neuen Gemeindehauses der russisch-orthodoxen Gemeinde, ob es auf dem denkmalgeschützten Fridhofsgelände errichtet wird oder
gegenüber der Villa Gericke an der Puschkinallee, ist noch nicht beendet. Nun kommen weitere Meinungsdifferenzen um den Mietfreiheitsanspruch am Haus Nr. 14 des Erzpriesters Anatoli Koljada hinzu.
Koljada bewohnt mit seiner Familie seit 1986 das sanierungsbedürftige Haus Nr. 14 auf dem Kapellenberg. Eigentümer des Gebäudes ist die Stadt Potsdam,
die nun mithilfe der Welterbe-Millionen aus dem Konjunkturpaket I beabsichtigt, 440.000 Euro in die Fassade des 1827 fertiggestellten einstmaligen »königliche Teehaus« zu investieren.
Erzpriester Koljada wurden für die Zeit danach beträchtliche Mietforderungen in Aussicht gestellt.
Koljadas Interesse, weiterhin mietfrei zu wohnen und den Mietstreit beizulegen, werden mittlerweile auch von den OB-Kandidaten Richstein (CDU) und Scharfenberg (Linke) gestützt. Gleichzeitig übt sich Koljada in scharfer
Kritik an seinem Nachbar in der Kolonie Alexandrowka, dem amtierenden OB Potsdams, Jann Jakobs, die russische Gemeinde nicht als »Geldquelle« zu betrachten. Mehr dazu >
Ob der Vorschlag des Kulturministeriums bei der russisch-orthodoxen Gemeinde Zustimmung findet, steht noch aus.
Das geplante Gemeindezentrum soll nun entweder auf dem schwer bebaubaren, weil abschüigen »Königsgarten« (Garten des Hauses Nr. 14)
oder gegenüber der Villa Gericke an der Puschkinallee entstehen. Doch auch letztere Alternative birgt Diskussionsbedarf. Teilweise stammt der dichte Baumbestand auf diesem
Gelände noch aus der Zeit des Gartenarchitekten Peter Josef Lenné und ist bisher nicht als Bauland ausgewiesen.
Beruhigend für die Interessenverbände der Kolonie Alexandrowka »AIG« und »Kultur Alexandrowka e.V.« ist jedoch, dass das Thema Bebauung des Kapellenbergs Dank des Vetos des
Landeskonservators Detlef Karg, da durch den Neubau am Fuße des Kapellenbergs der Unesco-Welterbe-Status bedroht sei, vom Tisch ist. Mehr dazu >
