Wenn ich wüßte,
daß morgen die Welt untergeht,
würde ich heute noch
ein Apfelbäumchen pflanzen.
(vermutlich Martin Luther)
Eine Errungenschaft stellt die obstbauliche Rekonstruktion des Gartendenkmals Russische Kolonie Alexandrowka seit dem Jahr 2002 dar. Bis heute wurden mehr als 1000 neue »alte« Obstbäume mit klangvollen Sortennamen wie »Querfurter Königskirsche« oder »Geflammter Kardinal« in den Wiesen, Wegen und Gärten der Alexandrowka neu angepflanzt und erinnern an die umfassende Förderung des Obstanbaus in Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Joseph Peter Lenné (1798-1866) entwarf nicht nur den Grundriss des von einem Hippodrom eingefassten Andreaskreuzes der Kolonie Alexandrowka, sondern betrieb als Gartenbaudirektor die königliche Baumschule, aus deren Beständen die Alexandrowka in ihrer Entstehungszeit mit rund 1.800 Obstbäumen und 1.300 Strauchbeeren bepflanzt wurde. Die Kolonie Alexandrowka repräsentierte seinerzeit die mustergültige Obstkultur in Preußen. Zu Beginn der Rekultivierungsmaßnahmen und der umfassenden Rekonstruktion des Wegenetzes innerhalb der Nutzflächen nach der Unter-Schutz-Stellung 1977 existierten gerade einmal noch 30 Birnbäume und 7 Apfelbäme aus den Beständen Lennées. Heute spielen die Obstwiesen der Kolonie Alexandrowka eine wichtige Rolle für den Erhalt und die Rekultivierung alter und bereits verloren geglaubter Obstsorten. Mittlerweile ist der Bestand alter Obstsorten in der Alexandrowka auf über 600 Obstsorten angewachsen.

